Mit einem Kaffee in der Hand erkunden Johanna und ich nach dem Mittag das Erdgeschoß. Es gefällt mir, dass wir uns frei bewegen dürfen, so haben wir genug Zeit die ganzen, teilweise gut versteckten, Lego Modelle zu finden, die überall im und außerhalb des Gebäude aufgestellt sind.
Nach unserer Erkundungstour finden wir uns in einem abgegrenzten Bereich der Kantine wieder wo uns Tim Brooks (VP Sustainability) einen Vortrag über Lego’s Nachhaltigkeits-Prinzipien und Bemühungen um CO2 Neutralität näherbringt.
Zwei Dinge fand ich bei seinen vielen Ausführungen interessant; mir war nicht bewusst, dass Lego in Offshore-Windparks investiert hat um 100% des Energiebedarfs aus nachhaltigen Quellen zu ziehen.
Die zweite neue Information war, dass der CO2-Fußabdruck Bestandteil von Projektkalkulationen ist. Das bedeutet, sollte die Entscheidung Lego- intern zwischen zwei Lösungen stehen und es wird sich für die Lösung mit größerem CO2 Ausstoß entschieden, belastet dies das Projektbudget pro Kilogramm CO2 mit einem durch die Abteilung für Nachhaltigkeit bei Lego festgelegten Kostenpunkt.
Ohne die Höhe der Zusatzkosten zu kennen, finde ich die Idee bemerkenswert, spornt sie Projekteams damit an, das Thema ernster zu nehmen, um die Budgets einzuhalten und dabei Umweltaspekte zu berücksichtigen. (Soweit zumindest meine eigene Schlussfolgerung)
Abgerundet wird der Vortrag mit einem Quiz über Nachhaltigkeitsthemen und wir erhalten alle ein kleines Pflanzenset. Das Set ist der mir erste (und einzige) bekannte Versuch von Lego Pflanzenteile aus nachhaltigem Material zu gewinnen (Zuckerrohr)
Jetzt geht es zum P-Shop. Dabei handelt es sich um den Mitarbeitershop, der sich im Gebäude befindet und den Lego Angestellten die Möglichkeit gibt deutlich günstiger Sets zu erwerben. Bevor wir den Laden stürmen, kriegen wir noch kurz einige Regeln mit auf den Weg. Wir erhalten einen großen Karton, den wir befüllen können. Der Karton wird kostenfrei durch Lego an unsere Heimadresse verschickt, gerade für Personen aus Übersee, die per Flugzeug angereist sind ist das ein toller Service.
Leider sind Fotos im Shop verboten, aber ihr könnt ihn euch wie einen großen Lego Store vorstellen bei dem es neben allen normalen Sets auch einige ältere GWP’s käuflich zu erwerben gibt (ich habe mir zB. die 40531 – Star Wars – Küche auf der Farm der Familie Lars gekauft)
Auf dem Bild sieht man die für uns aufgestellten Kartons, wie immer top organisiert.
Ein Teil unserer Beute, ich freu mich schon die Ninjago City Markets zu bauen.
Den Teil, der nicht in die Versandkartons gepasst hat haben wir trocken ins Hotel gerettet (Das Wetter war ein ständiger Wechsel aus Sonne, Wind und Regen) und uns kurz ausgeruht bevor es um 17:50 in einen umfunktionierten Konferenzraum im Lego Hotel zum „Designers review“ ging.
Es wurde ein beeindruckendes Buffet aufgefahren und alle Tische waren dekoriert mit überdimensionalen Alltagsgegenständen aus Lego. Zusätzlich saßen jeweils zwei Designer am Tisch die gut gelaunt und geduldig unsere Fragen beantwortet haben.
Im vorderen Bereich des Raums waren alle von uns entworfenen Sets aufgebaut und konnten in Ruhe begutachtet werden.
Nach dem Essen haben sich 5 Freiwillige einem Test gestellt, indem die (teilweise absurden) Namen von Einzelteilen gewusst/geraten werden mussten. Der Kniff war, dass es sich nicht um die bekannten Bricklink Namen handelt, sondern um die original Lego Namen von denen ich die meisten noch nie in meinem Leben gehört hatte.
Den Abschluss des Abends bildete die Preisverleihung. In vier Kategorien (Beste Geschichte, Beste Funktion, Bester Einsatz eines Teils und Gesamtheitlich Bestes Set) wurden jeweils 3 Sets nominiert und ein Sieger gekürt. Besonders toll war, dass es diesmal eine zusätzliche Kategorie (Beste Lernkurve) für alle Teilnehmer gab, die eigentlich nichts mit Lego zu tun haben (und ihren Ehemännern zuliebe mitgefahren sind) und teilweise richtig Bammel vor dem Bauwettbewerb hatten.
Zu der Gruppe gehörte auch meine Frau, die im Vorfeld ziemliche Angst hatte ihr Set abzugeben. Sie wurde nicht nur nominiert, sondern hat sogar gewonnen was mich natürlich irre freut.
Ich selber war mit meinem Modell in der Kategorie Bestes Set nominiert. Ich muss dazu sagen, dass die anderen beiden Nominierten (ein Lego Masters Teilnehmer und ein Lego Ambassador der ersten Stunde) dermaßen gute Modelle abgeliefert haben, dass ich schon sehr zufrieden war in der gleichen Kategorie genannt wurden zu sein.
Gewonnen hat den schönen Pokal am Ende ein sympathischer Amerikaner aus Seattle mit zwei wirklich zuckersüßen Drachen im Brickheadz Format.
Wir fallen glücklich und geschafft ins Bett. Morgen ist bereits der letzte Tag.
















